Annaberg-Buchholz

Gottesdienste in Annaberg-Buchholz...

Katholische Kirche "Heilig Kreuz"

kirche annaberg aussenansicht

Ignaz B. Mauermann, Domdekan von Meißen und Titularbischof von Pellen, legte in seinem Testament fest, dass für die im Kammgebiet des Erzgebirge verstreut lebenden Christen eine Kirche auf seine Kosten gebaut werden sollte. Am 20. Oktober 1844 wurde die Kirche feierlich durch seinen Nachfolger und Bruder, Bischof Franz L. Mauermann eingesegnet und dem Heiligen Kreuz und der Mutter Gottes geweiht. Der Kirchbau machte sich erforderlich, da mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert auch wieder die Anzahl der Katholiken im evangelisch geprägten Erzgebirge stieg. Bis dahin erfolgte die seelsorgliche Betreuung der wenigen katholischen Christen von Chemnitz und Zwickau aus.

kirche annaberg innenansichtArchitektonisch fällt der Bau der Kirche in die Zeit des ausgehenden Klassizismus. Das Motto dieser Epoche war die „edle Einfalt und stille Größe“. Die Ausmaße der Kirche erinnern mehr an eine Kapelle als an eine Pfarrkirche. Die Innengestaltung der Kirche erlebte in den über 170 Jahren vielfache Veränderungen. Die Eindrücklichste erfolgte im Sinne des II. Vatikanischen Konzils am Anfang der achtziger Jahre unter Pfr. Günter Hanke, wo u.a. der frühere Hochaltar seine Bedeutung verlor und ein neuer Altar ins Zentrum des Chores gesetzt wurde.

Der einzige Gegenstand, der seit der Einsegnung erhalten geblieben ist, ist das bemerkenswerte Altarbild. Das Gemälde zeigt den Heiligen Joseph von Calasanza umgeben von Kindern. Mitra und Hirtenstab liegen zu seinen Füßen als Hinweis darauf, dass er das für ihn vorgesehene Bischofsamt abgelehnt hat, um sich ganz als Lehrer und Seelsorger den Kindern und Jugendlichen seiner Zeit zu widmen. Der Künstler dies Werkes war der Dresdner Hofmaler Carl Vogel von Vogelstein.

Die heutigen Fenster wurden mitten im Krieg (1943) von einer Firma in Breslau gestaltet und eingebaut. Das Wandkreuz auf der rechten Seite hängt als Geschenk eines ehemaligen KZ-Häftlings seit 1983 in der Kirche. Die Marienfigur auf der linken Seite wurde der Gemeinde 1978 vom Redemptoristenkloster Heiligenstadt im Eichsfeld geschenkt. Bei der umfangreichen Renovierung der Kirche 2010 erhielten vier Heiligenfiguren (Hl. Josef, St. Anna Selbdritt, Hl. Elisabeth, Hl. Antonius) ihren neuen Platz im Altarraum. 1992 konnte die jetzige Orgel installiert werden. Die Glocke hängt seit dem Jahre 2007 im Kirchturm und ist dem Erzengel Michael gewidmet.